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Fröhliche Weihnachten und alles Gute für 2020 wünscht Ihr Rathausteam

Mit dieser berührenden Geschichte wünschen wir allen fröhliche Weihnachten und für 2020 alles erdenklich Gute. Die Geschichte ist eine Kindheitserinnerung von Heidemarie Koch aus Flechtorf aus der Nachkriegszeit. 

Weihnachten 1947

Seit Wochen hatte es geschneit. Es war kalt und wir hungerten alle sehr. Ich war zu dieser Zeit sieben Jahre alt und wohnte mit meinen Eltern, meinen drei Geschwistern und meiner Großmutter in einem kleinen Dorf an der polnischen Grenze.

Wir waren Flüchtlinge. Alles, was wir einmal besessen hatten, hatten wir in unserer alten Heimat zurück lassen müssen. Die kleine Wohnung, in der wir jetzt lebten, gehörte meiner Großmutter und sie teilte alles mit uns.

Trotzdem ging es uns immer schlechter; denn alles, was wir irgendwie hatten entbehren können, hatte meine Mutter bereits bei den reichen Bauern eingetauscht, um uns Kinder satt zu bekommen.

Meine Geschwister und ich freuten uns auf das nahende Weihnachtsfest. Wir glaubten damals fest an den Weihnachtsmann, und es war ja wohl klar, dass er uns etwas zum Fest bringen würde.

Jeden Abend erzählte ich meinen jüngeren Geschwistern eine Geschichte, die immer so ausging, dass gerade die Armen vom Weihnachtsmann besonders bedacht wurden. An die Sorgen, die ich damit meinen Eltern machte, dachte ich natürlich nicht.

Eines Abends, kurz vor dem Heiligen Abend, erschien dann tatsächlich bei uns der Weihnachtsmann. Er war groß, hatte einen langen weißen Bart und einen roten Mantel mit Kapuze und schwarze Stiefel an. Über der Schulter trug er einen großen Sack. Nur welche Enttäuschung: Der Sack war leer!

Als der Weihnachtsmann unsere enttäuschten Gesichter deswegen sah, versprach er uns, später noch einmal vorbeizukommen. Damit er es nicht vergäße, sollte ich mitgehen. Schnell zog ich meinen viel zu kurzen Mantel und Handschuhe an und lief neben ihm her.

Vor dem ersten großen Bauernhaus, auf das wir zugingen, steckte er mich plötzlich in den Sack und schleppte mich huckepack in die große, warme Bauernstube. Ich erschrak und schrie fürchterlich! Die dicken Bauernbuben standen um den Sack herum und lachten schadenfroh.

Doch da fuhr der Weihnachtsmann sie an: ,,Wenn ihr nicht gleich aufhört und ein schönes Gedicht aufsagt, ergeht es euch wie der Heidi". Für eine Weile hörte ich auf zu heulen und hörte dem Gestammel der Jungen zu. Nun hatte ich etwas zu lachen, lautlos, versteht sich! Als wir den Hof verließen, steckte mir die Bäuerin ein Brot und ein Stück Butter in den Sack. Da wurde mir auf einmal klar, warum wir dieses Spiel trieben.

An diesem Abend gingen wir durch das ganze Dorf, von Hof zu Hof. Brote, Mehl, Butter, Eier, Wurst und Speck - alles Leckereien, die für uns sonst unerreichbar blieben -wanderten zu mir in den Sack.

Zum Schluss war der Sack so voll, dass ich herauskrabbeln musste und nebenher lief.

Unsere Reise endete in der kleinen Wohnung meiner Großmutter. Von dieser, meiner Mutter und meinen Geschwistern wurde ich schon sehnsüchtig erwartet. Dass mein Vater fehlte, merkte ich erst später. Der „ Weihnachtsmann" jedenfalls gab mir den vollen Sack und wünschte uns allen Frohe Weihnachten.

Beim Hinausgehen sagte er noch zu mir: „Manchmal muss auch ein Weihnachtsmann zu einer List greifen, um den Armen und Hungrigen zu helfen."

In den nächsten Tagen roch es bei uns so gut, dass ich den Duft noch heute ab und zu in meiner Nase spüre. Lange Zeit aber hing der Sack, der uns so viel Gutes gebracht hatte, zur Erinnerung in einer Ecke unseres Flures.

Heidemarie Koch aus Flechtorf

Geschichte, Quelle: Heidemarie Koch

Bild, Quelle: Gemeinde Lehre: Ein Eindruck vom diesjährigen Weihnachtsbaum im Rathausfoyer, der Baum wurde von Herbert Fochler aus Wendhausen zur Verfügung gestellt.

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