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Gleichberechtigung war (und ist) das Ziel - Ausstellung ist eröffnet

Die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ im Rathaus Lehre ist eröffnet

Im Rahmen des Jubiläums „100 Jahre Frauenwahlrecht“ wurde am 8. November im Rathaus Lehre die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ eröffnet. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Zeit um 1949, das Jahr in dem das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet wurde.

Vier Frauen gab es im damaligen Parlamentarischen Rat, der das Grundgesetz erarbeitete - 4 Frauen und 61 Männer. Diesen vier Streiterinnen für die Gleichstellung der Frauen ist es zu verdanken, dass der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ im Artikel 3 des Grundgesetzes aufgenommen wurde.

Historisch gesehen ist 1865 ein wichtiges Jahr für die Frauenrechtlerinnen der sogenannten ersten Frauenbewegung. Sie wurden als Frauenrechtlerinnen bezeichnet, da es ihnen in erster Linie um die Rechte der Frauen ging. Im Jahr 1865 liegt die Gründung des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins in Leipzig. Die aktiven Frauen forderten Veränderungen und das vor allem an drei Punkten: das Recht auf politisches Handeln (insbesondere dem Wahlrecht für Frauen), das Recht auf Erwerbstätigkeit und das Recht auf Bildung.

„Erst im Jahr 1900 gab es in Deutschland die ersten Studentinnen als „ordentlich Studierende“ (also nicht nur als Zuhörerin) an den Universitäten in Freiburg und Heidelberg“, erzählt Brigitte Steck, die Initiatorin der Ausstellung im Rathaus, in einem historischen Rückblick. „Während es dann 1939 noch einen Frauenanteil von über 50% an den Universitäten gab, war er 1946 auf unter 25% gedrückt worden. Selbst 1967 noch ist der Anteil der Studentinnen im europäischen Vergleich mit 24% am niedrigsten“, fährt die ständige Vertreterin der Gleichstellungsbeauftragen der Gemeinde Lehre fort.

Dass Frauen heute erwerbstätig sein können, ein eigenes Konto an einer Bank haben, den Führerschein machen und das Auto dazu auch noch eigenständig kaufen können, ohne um Erlaubnis bitten zu müssen, ist dem Engagement der aktiven Frauen eines ganzen Jahrhunderts zu verdanken. Frauen, die unermüdlich gekämpft haben und sich nicht mit etwas begnügten, dass sie als Ungerecht empfanden, trotz den ganzen Beschimpfungen, Angriffen und Spott. 1918 wurde den Frauen in Deutschland erstmals das Recht zu Wählen gesetzlich verankert zugestanden. 100 Jahre ist das her.

Ratsvorsitzende und Ortsbürgermeisterin von Flechtorf Edelgard Hahn äußert sich diesbezüglich am Eröffnungsabend engagiert: „In den vergangenen 100 Jahren wurde schon viel erreicht und dennoch gibt es im Hinblick auf die Gleichstellung noch einiges zu tun.“ Und Gemeindebürgermeister Andreas Busch, der die Ausstellung mit eröffnet hatte, ergänzt: „Manches von dem was erkämpft wurde, wird heute wieder in Frage gestellt. Da müssen wir als Gesellschaft gegenhalten, standhaft bleiben und weiter für die Sache streiten.

Die Ausstellung „Mütter des Grundgesetzes“ würdigt den Einsatz der Frauen, die in der Zeit bis 1949 für die verfassungsrechtliche Gleichstellung von Frauen gekämpft haben: Elisabeth Selbert, Helene Weber, Frieda Nadig und Helene Wessel sind die Frauen im Parlamentarischen Ausschuss. Vier wichtige Frauen der Geschichte, deren Namen wohl die wenigsten heute noch kennen. Ihr Leben und Wirken wird in der Ausstellung gezeigt und erinnert daran, dass es weiterhin Engagement braucht. Denn, schon damals forderten die vier Politikerinnen, die Lohngleichheit von Männern und Frauen ebenso in die Verfassung aufzunehmen. Damit sind sie leider an erbitterndem Widerstand gescheitert und bis heute bekommen Frauen noch immer rund 21% weniger Bruttostundenlohn als Männer.

„Die Arbeit dieser vier Mütter des Grundgesetzes ist beeindruckend“, sagt die Ortsbürgermeisterin von Groß Brunsrode Kerstin Jäger, bei Ihrem Besuch auf der Eröffnungsveranstaltung. „Ich finde es großartig, dass ihre Geschichte erzählt wird.“

Artikel 3, Absatz 2 des Grundgesetzes „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ wurde damals nicht als gegebene Realität im Gesetz aufgenommen, sondern vielmehr ist damit ein Ziel definiert worden, an dem wir immer noch arbeiten müssen.

 

Die Ausstellung ist noch bis 21. Dezember im Obergeschoß des Rathauses Lehre zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Zur Ausstellung gibt es eine kostenlose Broschüre, die im Rathaus ausliegt.

 

Fotos (Quelle: Gemeinde Lehre): Eindrücke vom Abend

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