Groß Brunsrode

Zur Geschichte der Ortschaft Groß Brunsrode

In den Anfängen der Geschichte unserer Heimat war das Land bis zur sogenannten zweiten Rodungszeit bis auf die bereits besiedelten Flusstälern von Wäldern riesigen Ausmaßes bedeckt. Wo später die mit der Endung   …rode benannten Dörfer entstanden, erstreckte sich eine "Nordwald" genannte Landschaft vom Elm bis an die Aller. Innerhalb der siedlungsgeschichtlich "2. Rodungszeit" genannten Jahrhunderte - etwa von 890 bis 1000 n. Chr. – wurde der Nordwald besiedelt und auch Brunsrode entstand. Vermutlich ist bei der Gründung von Brunsrode  das Kloster St. Ludgeri in Helmstedt behilflich und beteiligt gewesen, denn es übte die Lehnsherrschaft über mehrere Hufen in der neuen Feldmark aus. Eine Hufe war kein festsehendes Flächenmaß, sondern je nach Bodengüte eine Fläche, die nach damaligen Ansprüchen etwa eine Familie ernähren konnte. Zu jener Zeit erschien eine Adelsfamilie „von Brunsrode“ als Besitzerin des entstehenden Guts. Die in dieser Familie gebräuchlichen Vornamen Bruno, Dankwart und Ekbert wiederholten sich mehrfach. Es ist wohl als sicher anzunehmen, dass der erste  Namensträger Bruno von Brunsrode der Gründer war, denn Brunsrode  - auch Brunosrode bzw. Brunsroda geschrieben - bedeutet ja „Brunos Rodung“.

Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1196 zurück. In dieser wurden neben Brunsrode auch weitere Orte mit der Endung …rode genannt. Die Aussage bezieht sich auf zwei Urkunden, die sich im Staatsarchiv Wolfenbüttel befinden. In den Urkunden trägt ein Siegel des Pfalzgrafen Heinrich bei Rhein, einem Sohn Heinrich des Löwen. Hierin bestätigt er dem Stift St. Cyriakus in Braunschweig den Besitz im Umland Braunschweigs. Obwohl die Urkunden kein Datum tragen, lasse sich das Jahr aus dem Siegel schließen, da Heinrich bei Rhein dieses nur vor seiner Abreise zur Pilgerfahrt nach Palästina 1197 benutzt habe.

Das Schloss Brunsrode,  als dessen erste Besitzer die Edlen von Brunsrode erschienen, hat mancherlei Wandlungen seines Besitztitels erfahren. Die von Brunsrode musste sich später unter die Lehnsherrschaft der Familie von Meinersen in Meinersen begeben und  starben Ende des 14. Jahrhunderts aus. Als auch die von Meinersens ausgestorben waren, fiel Brunsrode als erledigtes Lehen an das herzogliche Haus Braunschweig-Lüneburg. Es wurde zunächst nicht wieder als Lehen ausgetan, sondern länger  als 200 Jahre als Kammergut verwaltet. Unter heutigen Begriffen wäre es verpachtet worden, nach damaligen aber wurde es verpfändet unter pachtähnlichen Bedingungen. Durch die Herzöge war das Schloss 1355 an die von Marenholtz, 1372 an Siegfried von Salder und 1395 zur Hälfte an die von Gustedt verpfändet. 1507 ging es dann samt dem Dorf an die von Veltheim, das Schloss 1525 an die von Aderum und 1577 an den Großvogt Cappaun von Zwickau über, dessen Frau es 1622 besaß. In der Mitte des 16. Jahrhunderts trat der aus Mecklenburg verbannte Hans von Bülow aus dem Hause Potremse nach bewegtem Leben in verschieden außerdeutschen Diensten in diejenigen des in Wolfenbüttel residierenden Herzogs Heinrich von Braunschweig. Er bemühte sich sein Leben lang vergeblich um ein Lehen, brachte es aber nur bis zum Pfand des Kammergutes am Harz. Er hinterließ ein Testament, das seine Söhne ermahnte, ein Lehen zu erwerben und es zum „fideicommissum familiae“ für sein Haus zu machen. Diesen Auftrag erfüllte sein Sohn Julius. Auch er stand in braunschweigischen Diensten in den schwersten Zeiten während des 30-jährigen Krieges. Mit Erfolg verhandelter er mit dem Kaiser, der dem protestantischen Hause Braunschweig-Lüneburg das Land nehmen wollte, um es Tilly zu verleihen nach der verlorenen Schlacht bei Lutter am Barenberg. Dem Herzog verblieb nur noch die Festung Wolfenbüttel, die Tilly vergeblich zu erobern versuchte. Zum Dank für seine Dienste als bevollmächtigter Gesandter am Kaiserhof und als Statthalter des Herzogtums erhielt  Julius von Bülow 1634 die Anwartschaft auf das Lehen Brunsrode und 1636 die Belehnung durch den nunmehr regierenden Herzog August dem Jüngeren zu Braunschweig-Lüneburg. Allerdings war Brunsrode so schwer zerstört, dass noch sein Sohn schrieb, es sei unbewohnbar.  Es blieb dem 2. Sohn des ersten Julius vorbehalten, die Wirtschaft wieder zu ordnen. Neben der Wiederherstellung der Landwirtschaft baute er das zerstörte Gutshaus unter Benutzung der sehr alten – noch aus der Zeit der Familie von Brunsrode stammenden Teile - wieder auf. 1780 wurde der Hausgraben der ehemaligen Wasserburg zugeschüttet und ein hoher Burgturm wegen Baufälligkeit abgebrochen. Im Übrigen ist das Gutshaus 1863 und 1896 völlig erneuert worden.

Was nun den Ort selbst betrifft, so ist das am Selkebach gelegene, frühere zum, Banne Lucklum, jetzt zur Inspektion Campen (Lehre) gehörige Pfarrdorf Gr. Brunsrode in seinem kleinern südöstlichen Teile, an dessen äußeren Rande das Rittergut liegt, unregelmäßig angelegt, während im Nordwesten, wo die beiden Dorfstraßen (Dorfstraße und an der Selke) eine Häuserinsel einschließen, die Höfe regelmäßig aneinandergereiht sind. In der Nördlichen Reihe, in der auch die neue Schule und Pfarre erbaut sind, liegt, etwas erhöht, die Kirche. Die wohl älteste Flurkarte wurde von Oberstleutnant  Christian Riecken vermessen und stammt aus dem Jahre  1760. Der Ort zählte damals: 3             Ackerleute, 5 Halbspänner, 1 Brinksitzer und 15 Kötner und hatte eine Einwohnerzahl von 260 Seelen, die 1875 auf 316 und 1895 auf 386 anstieg. Die Volkszählung von 1945 ergab eine Einwohnerzahl von 413. 1965 hatte der Ort 582 Einwohner - heute (Stand 11.2016) sind es 762. 

Die Kirche

Ob die erste Kirche des Dorfes an der heutigen Stelle auf dem etwa 101 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Hügel gelegen hat oder in Gestalt einer Burgkapelle näher beim Herrensitz, lässt sich nicht mehr ausmachen. Jedenfalls deuten die unteren 2/3 des Kirchturmes auf eine frühere Gründung noch in romanischer Zeit hin, d. h. vor etwa 1250. Der Turm ist aus Feldsteinen erbaut und unten 2 Meter stark. Die ursprünglich vermutlich scharten förmigen Turmfenster sind später vergrößert worden, vermutlich um 1865. Die Nähe zum Rittergut lässt vermuten, dass die Kirche als Wehrkirche in das Befestigungssystem der Burg mit einbezogen war. Ihre jetzige Gestalt hat die Kirche seit 1870-71, wo sie völlig umgebaut wurde. Vom Turm, dessen Mauern im Untergeschoss noch die bedeutende Stärke von etwa 2 m haben, sind nur noch die unteren 2/3 alt, aber gleichfalls neu aufgeputzt.

Die Schule

Das Schulhaus, das sich bis 1887 auf dem jetzigen Grundstück der Familie Kamphenkel befand, entsprach mit seiner niedrigen Schulstube nicht mehr den bescheidensten hygienischen Forderungen der neueren Zeit. Der Bau des neuen Gebäudes wurde dem Tischlermeister Jäger hierselbst, auf seine Offerte zu 16.800 m unter den vom Baumeister aufgestellten Bedingungen übertragen und in den Jahren 1886/87 auf dem bislang Niemann’schen 15 ar großem Grundstücke fertiggestellt. Der Einzug in die „neuen Schule“  erfolgte im Oktober 1887 und vollzog in der Weise, dass der Pastor, in Anwesenheit des Superintendent Dettmer, des Schul- u. Kirchenvorstandes und der Schulkinder vom alten Schullokale feierlich Abschied nahmen. Alsdann begab man sich im Festzug, unter Glockengeläut, zum neuen Schulgebäude, in dem nach der Schlüsselübergabe und Öffnung der Superintendent die Weihrede hielt. Die Aufstockung des 2. Klassenzimmers wurde 1922 vollzogen. 1968 wurde dann, wie erwartet, die Schule Groß Brunsrode aufgelöst. Heute befinden sich in den ehemaligen Klassenräumen die Kindertagesstätte und im oberen Raum seit einigen Jahren die Krippe. In den Räumen der früheren Lehrerwohnungen hat die Heimatstube Groß Brunsrode ihr Domizil.

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